Ettlenschieß

Der Teilort von Lonsee entwickelte sich auf einer Anhöhe der Lonetal-Kuppenalb, sozusagen auf der Paßhöhe zwischen Langenau und Geislingen im 16. Jahrhundert, zu einem regelmäßig angelegten Straßendorf entlang der Dorfstraße, die im Norden auf die Scheibenstraße stößt.Hier transportierte man Salzscheiben vom Salzburger Land in Pferdefuhrwerken zum Neckar und Rhein.

Im Gasthaus “Zum Hirsch” wurden damals die Pferde gewechselt.

Der älteste Siedlungskern ist am Lindenplatz mit der im ummauerten Friedhof stehenden Georgskirche und den umliegenden Höfen zu suchen. Lindenhof wurde um 1400 erwähnt. Turm und Chor gehören wahrscheinlich zu den ältesten Teilen der Kirche. Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert. Das Pfarrhaus, 1641 aus einem Söldnerhaus umgebaut, steht am Ortsausgang nach Lonsee.

Das älteste Haus im Dorf dürfte das ehemalige Ulmer Amtshaus aus dem Jahre 1563 sein. Heute Schmiedbauer Seibold. Die drei kleinen Häuser am Eingang zum Lindenplatz sind etwas Besonderes: eines dient heute noch als Backhaus (seit 1878), ein Anderes enthielt die ehemalige Wachstube für den Nachtwächter. Einen ländlichen Charakter behielt das Straßendorf mit seinen zahlreichen Selden bis etwa um 1900. Erst nach dem zweiten Weltkrieg begann eine rege Bautätigkeit.

Geschichte

Die früheste Erwähnung von Ettlenschieß ist in der Überlieferungsgeschichte des Klosters Wettenhausen bei Günzburg zu finden (Wettenhauser Annalen). Hier ist Ettlenschieß bereits 982 erwähnt. Im Jahre 1333 wird dann Ettlenschieß (Oetdelschiez) in einem Tauschvertrag zwischen dem Ulmer Wengenkloster und dem Kloster Wettenhausen urkundlich genannt. Im Ulmer Salbuch erschien es unter Ötlinschies.

Im Hochmittelalter gehörte Ettlenschieß zur Herrschaft Albeck-Werdenberg und kam 1385 in den Besitz der Reichsstadt Ulm, die 1508 ein auch Sinabronn umfassendes Amt einrichtete und 1563 ein Amtshaus baute. Im Jahre 1774 wurde das Amt mit Lonsee vereinigt. Kirchlich gehörte Ettlenschieß schon 1370 zum Bistum Konstanz. (liber marcarum 1370) Bei der Einführung der Reformation im Gebiet der Reichsstadt Ulm im Jahre 1531 schloß sich auch Ettlenschieß einer Neuerung an. Bis 1935 war Ettlenschieß eigene Pfarrei. Danach wurde es Filiale von Weidenstetten.

Im Jahre 1803 wurde es mit Ulm bayrisch. 1810 wurde es württembergisch und Teil des Oberamts Ulm, ab 1938 Landkreis Ulm. Am 1.April 1972 wurde Ettlenschieß im Zuge der Gemeindereform mit Lonsee vereinigt.

Ortsplan u. Verkehrsanbindung

Die Landstraßen Nr. 1229 und Nr. 1232 kreuzen sich in Ettlenschieß. Anschluß über die B 10 an die A 8 Karlsruhe-München (bei Dornstadt). Bahnstation Lonsee (2,5km) oder Amstetten (4km).

Öffentliche Einrichtungen

Feuerwehrhaus Roßäckerweg
Rathaus mit Ortsverwaltung Scheibenstraße 12
Kindergarten Roßäckerweg
Gemeindebackhaus Dorfstraße
Kinderspielplatz Pfarrer-Engel-Weg
Bolzplatz Schießhausweg
Schießanlage Schießhausweg
Bankfiliale der Raiba Ulmer Alb an der Gartenstraße

Vereine

Backfrauen in Ettlenschieß
Gesangverein Liederkranz Ettlenschieß
Schützenverein Ettlenschieß
Landfrauenverein Ettlenschieß
Posaunenchor
Verschiedene kirchliche Gruppen, Frauenkreis, Montagstreff usw.
Jagdgenossenschaft
Feuerwehr